Freude und Linoleum

26. Oktober 2008

Der Artikel Linoleum, an dem ich und Denis während des Schreibwettbewerbs geschnitzt haben, konnte tatsächlich sowohl in den Augen der Jury wie auch des Publikums begeistern. Das unscheinbare Material wurde

1) Sektionssieger der Sektion III
2) Platz 7 der Gesamtsiegerliste (als einziger der Sektion)

und vor allem

3) Sektions- und Gesamtsieger des Publikumspreises

HAMMER! Danke natürlich an die Jury, an das interessierte Publikum und sowieso an alle, die in der Wikipedia die Inhalte in den Vordergrund stellen. Achya, und natürlich an Denis für den ein- oder anderen Arschtritt.

Was sonst noch zählt: Ich gratuliere allen Preisträgern und auch allen Nichtpreisträgern zu einem zwar in der Menge nicht mehr ganz so überwältigenden aber trotzdem doch sehr erfolgreichen Wettbewerb.

Spam als Wirtschaftsbereicherung

6. Oktober 2008

Wow, schaut man mal ‘ne Zeit nicht rein, tanzt der Spambär - aber kann mir mal einer erklären, warum das nur im Wirtschaftsbereicherungsartikel in dem Ausmass passiert?

Bye bye Zeno.org?

26. September 2008

Zeno.org wird die Tage ein Jahr alt - und leider trüben Finanzsorgen bereits jetzt die Stimmung: Trotz des phänomenalen Inhalts und den Massen an Informationen lassen sich die laufenden Kosten nicht durch Werbung tragen - und nun stellt Ralf Szymanski die Frage, was uns Kultur wert sein sollte?

Zeno.org

Lässt sich Zeno.org durch ein Abonnenentensystem tragen, wird ein solches überhaupt akzeptiert? Oder wollen wir auf dieses einzigartige Projekt bereits jetzt schon wieder verzichten?

Zeno.org ist das bislang ehrgeizigste Projekt eines Verlages, konzentriert Inhalte frei ins Netz zu stellen und dafür den eigenen Produkten bewusst eine mächtige Konkurrenz an die Seite zu stellen. Auch mir als mittlerweilen ehemaligem Mitarbeiter hat das Projekt einigen Schweiß abgerungen und es macht mir bis heute einen Riesenspaß, durch den Bestand zu surfen. Der Mut birgt aber ein nicht geringes Risiko: Anders als etwa Wikipedia und das damit verbundene Wikisource-Projekt kann der Träger nicht auf eine Finanzierung durch Spenden hoffen und muss sämtliche Kosten durch Gewinne tragen - blöd halt, wenn diese ausbleiben. Bei Zeno.org sieht es aktuell so aus:

Wir haben daher, seit wir vor einem Jahr diese Website mit der größten Volltextbibliothek im deutschen Sprachraum online gestellt haben, versucht die Kosten, die damit verbunden sind, über werbewirtschaftliche Erträge zu decken. Wohlgemerkt die Kosten aus der laufenden Pflege und Bereitstellung, nicht die aus der 12 Jahre währenden editorischen Tätigkeit die wir in das Projekt investiert haben. Heute müssen wir erkennen, dass die darüber zu erzielenden Einnahmen weit hinter den Erwartungen zurückbleiben und nicht einmal in die Nähe einer Kostendeckung rücken.

Buchmesse: Digitalisierung und Open Access

26. September 2008

Klingt gar nicht unspannend, eventuell sollte ich für den Freitag einen Abstecher nach Frankfurt planen:

Welchen Stellenwert nimmt in Zukunft die Verlagsherstellung in den Unternehmen angesichts der fortschreitenden Digitalisierung ein? “Aufstieg oder Abstieg?” ist die Frage, die sich das Eröffnungspanel hierzu am Mittwochmorgen stellt. Mit einer kurzen Keynote führt Vitus Graf (Deutscher Ärzteverlag) in das Thema ein.

Verlagsstrategien von morgen sind auch Thema des Panels am Freitagmorgen. Die Podiumsrunde stellt sich die Frage, ob in Zukunft alle Inhalte online kostenlos zur Verfügung stehen werden. Es diskutieren Ralf Szymanski von Directmedia Publishing, Gregor Dorsch (Syntops), Claudia Michalski (Beuth Verlag) und Jan Weitendorf (Oetinger). Mit dem Thema Nachhaltigkeit sowie Umweltaspekten in der Buchproduktion wird sich im Rahmen des Forums ein weiteres Panel beschäftigen, das mit Vertretern aus dem Druck- und Verlagsbereich besetzt ist.

(aus Pressemitteilung von: Print & Media Forum AG)

… und was in Berlin so geht.

1. Juni 2008

Also nicht, dass jemand glaubt, ich verlöre Berlin aus den Augen. Zwei ziemlich coole Stories aus der Hauptstadt haben mich denn doch erreicht:

1. In Prenzlauer Berg wurde mit dem e3 ein siebengeschossiges Hochhaus fertiggestellt – vollkommen aus Holz und damit weltweit einzigartig.

Kadewe in green
Foto:dpa

2. Vergangene Woche war das Berliner Kaufhaus KaDeWe großflächig mit grüner Farbe beschmiert worden – im Auftrag von Lacoste hatte der Grafitti-Künstler Brad Downey die Scheiben mit grüner Fingerfarbe aus einem Feuerlöscher besprüht. Zitat aus dem Tagesspiegel:

“Downey, der sich als Kapitalismuskritiker bezeichnet, nahm den Auftrag der Firma offenbar nur deshalb an, weil er die Chance zur subversiven Provokation witterte. „Ich wollte zeigen, dass Unternehmen Geld für Sachbeschädigung ausgeben“, so Downey. Schließlich habe sich niemand empört, als er einen Farbanschlag auf ein Gebäude plante. Einen Aufschrei habe es erst gegeben, als es unvermutet das KaDeWe traf.”

Noch ein Tipp, der damit nada zu tun hat: Ich habe mir gerade das A capella-Album des Reggae-Poeten Linton Kwesi Johnson von 1996 angehört - GREAT! - In dem Sinne:

it is the beat of the heart,
this pulsing of blood
that is a bublin bass,
a bad bad beat
pushin gainst the wall
whey bar black blood

Nahverkehr in Hürth

1. Juni 2008

Gruselig – wenn man südlich von Köln ohne Auto unterwegs ist, ist man schon ziemlich aufgeschmissen, der Nahverkehr in Hürth und Umgebung ist bei netter Umschreibung … gewöhnungsbedürftig. Gewöhnung bedürfen vor allem die Anrufsammeltaxen: Wenn man von einer nicht via Bus angefahrenen Haltestelle irgendwohin will, muss man ein solches Taxi rufen - mindestens eine halbe Stunde vorher - damit es die Haltestelle anfährt; in manchen Gebieten ist das dann noch mit einem Fahrplan gekoppelt, den man kennen muss: Ein Taxi kommt dann nur, wenn man mindestens eine halbe Stunde vor den im Fahrplan angegebenen Zeiten anruft (Alternativen bestehen nciht, echte Taxen gibt es nicht!)

Zwei Beispiele (aus den letzten zwei Tagen:
* Freitag: Risikoabend bei Michael (Hürth-Berrenrath) bis 0:10; bereits am Nachmittag hatten wir uns erkundigt, bis wann ich noch via Taxi nach Efferen komme, Antwort: Anruf bis 0:25, Fahrt 0:55 – doof nur, wenn ab 0:10 dauerbesetzt ist und ab 0:20 keiner mehr ans Telefon geht.
* Samstag: Wohnungsbesichtigungstermin in Weilerswist-Metternich - zum Spaß könnt ihr ja mal versuchen eine Verbindung für Samstag nachmittag online zu suchen, Anlaufpunkte Verkehrsverbund Rhein-Sieg, KVB, Hürther Nahverkehr, DB. Wegen Gewitter fiel die Fahrradoption flach (etwa 20 km), genommen habe ich den Weg nach Köln und dann mit der Regionalbahn nach Weilerswist, wo ich dann am Bahnhof zum ersten mal die Fahrplanalternative der Sammeltaxen sehen und nach Metternich 4 km latschen durfte.

Conclusion: Ich will ein Auto!

Was Köln sympathisch macht

17. Mai 2008

Jeder Jeck es anders. Ävver all sin se jeck.

Grenzerfahrungen

9. Mai 2008

Trampolin

wiwiwiki: Wirtschaftsbereicherung der Wikipedia

8. Mai 2008

Vor etwa 2 Wochen hat der Wikipedianer Meisterkoch im [[Wikipedia:Kurier]] die Zusammenarbeit mit der Universität Jena in Person von Prof. Dr. Thomas Sauer mit dem Portal Wirtschaft vorgestellt. Kurz zuvor wurde über die Flut an Beiträgen aus dem wiwiwiki an anderer Stelle kontrovers diskutiert.

Am gestrigen 7. Mai wurde nun der erste Artikel aus der Zusammenarbeit von Autorenschaft an der Uni und Review in der Wikipedia als lesenswert eingestuft: Die Transformationskurve. Weitere Artikel kandidieren bereits (die J-Kurve, die Währungsreserve, das Einfuhrkontingent, das Bruttoinlandsprodukt, Jeffersons Handelsembargo; Persistenz (Makroökonomie) wird in Kürze folgen) und werden überwiegend positiv und konstruktiv diskutiert.

Schaut man sich die Projektseite an, überblickt man erst das Ganze Ausmass der Bereicherung: Neben den Kandidaten befinden sich 21 Artikel im aktuellen Review und 25 werden als erfolgreich qualitätsgesichert (wikifiziert, angepasst) gelistet; 50 zusätzliche Artikel sind zudem mit aktuell noch vorhandenen inhaltlichen und strukturellen Problemen in Arbeit und werden aufbereitet - insgesamt wurde der Wirtschaftsbereich also bislang um etwa 100 Artikelausbauten oder neue Artikel bereichert.

Auch wenn der Wirtschaftsbereich nicht ganz meine Hochzeit ist: Hut ab vor dieser Mammutleistung – ich hoffe, dass wir aus diesem Pilotprojekt noch einiges lernen und in Zukunft auch in anderen Bereichen anwenden können. Vielleicht sollte man sich mit der Projektskizze in der Hand mal an den ein- oder anderen Professor für Biologiedidaktik wenden, damit auch hier ein paar Lücken geschlossen werden.

Marathon II - a statistic

28. April 2008

O.k., der Marathon ist gelaufen – 3 Tage lang hiess es, nach einem festgesetzten Zeitpunkt über eine längere Zeit kontinuierlich an Artikeln der Wikipedia zu arbeiten oder neue Artikel zu schreiben. Und was ist das Ergebnis? Meines Erachtens kann es sich ziemlich gut sehen lann, obwohl alle Beteilgten gegen das gute Wetter und ständig wiederkehrende Müdigkeit ankämpfen zu hatten:

Marathon_2

Insgesamt wurden an disem einen Wochenende von den 20 Teilnehmern insgesamt 448 neue Artikel geschrieben, wobei unter “Artikel” in diesem Fall auch tatsächlich Artikel gemeint sind. Der größte Teil davon stammte wie erwartet von der Initiatorengruppe aus der Biologieredaktion: 134 Pflanzen- und 82 Tierartikel entstanden auf diesem Weg; allein 85 der Pflanzenartikel gingen dabei auf das Konto des Spitzenreiters Griensteidl, dem Ticketautomat mit deutschen Politikern ständig auf den Fersen war, den er dann jedoch mit 20 Artikeln Differenz auf den zweiten Platz verbannte. Geiserich77 folgte mit 48 Artikeln zu östereichischen Politikern und ein paar Friedhöfen zu Entspannung, dicht gefolgt von Denis Barthel mit 45 Pflanzenartikeln und mir selbst mit 44 Artikel vor allem zu Schlangenarten. Weitere Mitspieler waren Kulac (32, Insekten), Voyager (24, Pferdesport), Ureinwohner (21, Fußballspieler), Thalan (18, National Football League), Julius 1990 (13, holländische Kunst), kh80 (13, deutsche Politer), Bradypus (11, Languren), syrcro (7, Fußballspieler), Liesel (6, Triebwagen und Horst Liebe), dvdb (6, schweizerische Politiker), ChristianBier (3, Künstler), jcornelius (3, portugiesische Politiker), Carstor (3, Pflanzen), ixitixel (1, Pflanze)

Statistik Marathon II

Aber mal davon weg: Der Marathon soll helfen, mit den persönlcihen to-do-Listen reinen Tisch zu machen und Zeit für Neues zu schaffen. Er soll Motivation bringen – und mir hat er eine ganze Menge Energie zurückgebracht, die ich in den letzten Wochen nach und nach verbraucht habe. Was habe ich geschafft in den drei Tagen:

* die vollständige Artenliste der Zwergklapperschlangen (3 Arten) gefüllt
* die vollständige Artenliste der Klapperschlangen (29 Arten) gefüllt
* als Nebenprodukt eine Aktualisierung der Klapperschlangentaxonomie auf den Stand C&L 2004
* die vollständige Artenliste der Palmlanzenottern (7 Arten)
* die vollständige Artenliste der Vipern, Erdvipern und Grubenottern Europas und des Mittelmeergebietes
* meinen ersten Traktorartikel und eine Bläuung zweier immer gern verlinkter Artikel des Schlangenbereichs

(Bildnachweis: Bild 1: Ureinwohner; Bild 2: syrcro via timeline)

Danke auch hier nochmal an alle Typojäger, die die “Athleten” während der 72 Stunden auf das Kritischste beäugt haben. Der nächste Marathon kommt bestimmt!